150_W10XF Innenausbau
150_W10XF
Innenausbau Grüner Weiler eG in Münster auf der Oxford Kaserne
Auftraggeber: Grüner Weiler eG
Leistungsumfang: LP 1–8, Generalplanung, Entwurf Konzeptvergabe: ARGE Birgit Brewe Architekten & Seraina Merz Architektur
Fertigstellung: 02/2025
Die Genossenschaft geht in Sachen Mobilität, Solidarität sowie gemeinschaftlichem Leben und Wohnen neue Wege. Für die Werkstätten, Vereins- und Veranstaltungsräume, Co-Working-Spaces, den Fitnessraum und das Kulinarium haben wir gemeinsam mit der Grüner Weiler eG und dem Quartiersverein Kurbelbox e. V. farbenfrohe, lebendige und zugleich robuste Gestaltungen entwickelt. Direkt neben dem Eingang zum Ensemble an der Gumprichstraße liegen der Veranstaltungsraum, das Grüne-Weiler-Büro, der Kinderspielbereich sowie der Grüne Salon – ein Wohnzimmer mit Kachelofen für alle. Hier befindet sich auch die Briefkastenanlage für mehr als 100 Wohnungen. Im Anschluss an den Grünen Salon liegt das Kulinarium mit einer professionell ausgestatteten Küche. Ein von der Bewohnerschaft angestellter Koch versorgt hier täglich diejenigen Bewohner*innen, die dies wünschen, mit Essen. Die Küche ist dabei als gläserne Vitrine ausgebildet und bewusst als offene Werkstatt auch visuell in das Zentrum gerückt. Der benachbarte Speiseraum bildet einen weiteren Treffpunkt. Blickbeziehungen zum Innenhof und eine Außenbestuhlung sorgen für eine enge räumliche Verbindung zum Freiraum. Die Velohalle im Erdgeschoss ermöglicht die Aufnahme zahlreicher Fahrräder. Die Bewohner*innen können direkt mit dem Fahrrad in das Gebäude fahren, sodass die Nutzung der Fahrräder möglichst niederschwellig organisiert ist. Der Veranstaltungsraum im Südwesten des Hauses ist für größere gemeinsame Veranstaltungen vorgesehen. Mobile Trennwände ermöglichen es, den Raum flexibel aufzuteilen und für unterschiedliche Nutzungen wie Musikveranstaltungen, Diskussionsrunden oder Vorträge zu verwenden. Für Tanzveranstaltungen ist ein Schwingboden eingebaut. Über eine großzügige Sitztreppe ist zudem der Jugendraum im Untergeschoss angebunden, wo sich Jugendliche einen großen Raum aneignen können. Zur Gumprichstraße hin befinden sich außerdem eine Metall-/Fahrradwerkstatt, eine Holzwerkstatt sowie ein Multifunktionsraum. Großzügige Verglasungen zur Straße zeigen die Funktionen der Räume nach außen. Zum Innenhof orientieren sich der Kinderspielraum und der Waschraum. Der Bewohnerschaft stehen dort sechs professionelle Waschmaschinen und Trockner zur Verfügung.
Projekte
Bauen in Gemeinschaft
111_BZR
111_BZR
Wettbewerb Bezirksrathaus Rodenkirchen
Nichtoffener, anonymer hochbaulicher und freiraumplanerischer Wettbewerb, 2.Preis
in Arbeitsgemeinschaft mit:
Lehmann Architekten, Offenburg
rheinflügel severin (Städtebau)
Kraftraum (Landschaftsarchitektur)
ahw Ingenieure (Tragwerk und Bauphysik)
F+K (Haustechnik)
Städtebauliches und freiräumliches Konzept
Der Entwurf zeichnet sich auf städtebaulicher Ebene durch eine präzise Führung und Setzung der Kanten und Baufluchten aus. Hierdurch erhält der Vorplatz eine klare räumliche Fassung und das neue Bezirksrathaus eine eindeutige Adresse. Als raumbildender Solitär dient der Neubau dem Stadtraum, zugleich unterstreicht der Baukörper die Bedeutung seiner Funktion. Entsprechend der unterschiedlichen Umgebung bildet das neue Bezirksrathaus an der Schnittstelle zwischen Ortsmitte und aufgelockerter Bebauung am Rhein zwei Gesichter aus – urban und kompakt mit maximalem Volumen zur Hauptstraße sowie kleinteilig gegliedert und in der Höhe gestaffelt zum Rhein. Der Neubau versteht sich damit als Vermittler zwischen beiden Welten und bietet über differenziert gestaltete Freiräume eine attraktive Wegeverbindung von der Hauptstraße zum Rhein. Der Hauptbau als Würfel vermittelt zwischen beiden Kontexten.
Der Vorplatz artikuliert sich steinern und wird lediglich durch wenige Bäume in durch Bänke gefassten Pflanztrögen aufgelockert. An den Aufkantungen befinden sich Anschlüsse für Wasser und Strom, um eine multifunktionale Nutzung des Platzes zu gewährleisten. Die Wegeverbindung zum Rhein wird durch eine in den Boden eingelassene Wasserachse akzentuiert. Unmittelbar hinter dem Rathaus wechselt der Bodenbelag und man betritt eine Parklandschaft, die sich von der Rückseite des Gebäudes bis zum bestehenden Spielplatz an der Barbarastraße entwickelt und diesen in den neuen Kontext integriert. Die direkte Anbindung der Tiefgaragenrampe an die Oststraße ermöglicht eine ungestörte, kreuzungsfreie Fußgängerverbindung vom neuen Rathausplatz bis zur Barbarastraße und schafft so eine attraktive Verbindung zum Rhein. Die entfallenen Parkplätze werden im öffentlichen Teil der neu zu errichtenden Tiefgarage nachgewiesen.
Die vorhandene Struktur wird durch eine dreigeschossige Platzrandbebauung ergänzt. Der Platz wird vom ruhenden Verkehr befreit und kann multifunktional genutzt werden. Mastleuchten und Pflanzinseln geben eine Grundstruktur. Der teilweise sechsgeschossige Hauptbaukörper steht ausschließlich auf dem Platz und prägt den städtischen Raum an dieser Stelle.
Funktionales Konzept für den EG-Bereich
Grundlage für das Erdgeschoss ist das Ziel, die Zweiseitigkeit des Rathauses zu stärken. Der Haupteingang zum Platz ist über das großzügige Foyer mit dem Nebeneingang zum Rhein verbunden. Es entsteht ein interner Weg. Der Sitzungssaal ist Herzstück des Rathauses. Hier tagt die Bezirksvertretung. Zudem steht der Saal für vielfältige Nutzungen der Bürger Rodenkirchens offen. Seine prominente Lage am Platz und an der neuen Wegeverbindung zum Rhein schafft Transparenz der politischen Prozesse im Bezirk und verortet das Politische an dieser Stelle.
Großzügige Öffnungen zum Platz und zum Foyer ermöglichen eine flexible Bespielung des Saals. Die Saalfläche kann durch das Foyer (ca. 170 qm) nahezu verdoppelt werden. Zudem sind Nutzungen im räumlichen Zusammenspiel mit dem Platz möglich. Für Veranstaltungen, die einen intimeren Außenraum benötigen, steht der Innenhof in unmittelbarer Nähe zum Saal zur Verfügung.
Projekte
Öffentliches Bauen
36_RHW
36_RHW
Reethus, Rheda WiedenbrückRealisierungswettbewerb 2007, 1. Preis
mit jbbug Landschaftsarchitekten
Das Reethus ist als Ort der Gemeinschaft und der Kultur konzipiert und stellt eine wichtige Station im verbindenden Landschaftsraum zwischen Rheda und Wiedenbrück dar. Auf Grundlage vorhandener Zufahrten und Wege kann der Publikumszugang von Südosten und weitere notwendige Andienung von Nordwesten erfolgen. Das Gebäude mit der kreisförmigen Grundrissfigur und der bewegten Dachlandschaft fügt sich in den Ort ein und dient der Stadt Rheda-Wiedenbrück als zeichenhafter Bau, der Zeuge einer zusammengewachsenen, kulturell lebendigen und gegenüber aktueller Baukultur aufgeschlossenen Stadt ist.
Projekte
Öffentliches Bauen
22_PO
22_PO
Brandenburgisches Landeshauptarchiv in PotsdamRealisierungswettbewerb 2006
2. Preis, mit Sabine Waldmann
Die Anforderungen an die einzelnen Bereiche des Brandenburgischen Landeshauptarchivs (BLHA) sind zunächst zueinander konträr: Während für die Magazinbereiche eine möglichst kompakte, tiefe Gebäudekubatur günstig und eine natürliche Belichtung nicht erwünscht ist, sollen für die Verwaltungs- und Benutzerbereiche möglichst unbeeinträchtigte, vielfältige Außenbezüge hergestellt werden. Inhaltlich und funktional sind die Bereiche demzufolge unabdingbar miteinander verknüpft: Im Benutzerbereich wird das lagernde Schriftgut sichtbar, hier wird der eigentliche Sinn des Archivierens deutlich: das gesammelte Wissen wird kommuniziert und weitergetragen. Ziel des Entwurfes ist es daher diese verschiedenen Bereiche in einem Haus zu vereinen, ein Magazingebäude eigener Identität zu entwickeln, welches „aus einem Guss“ die verschiedenen Einheiten zusammenführt und dennoch den spezifischen Anforderungen gerecht wird. Ausgangsform ist ein kompakter Kubus, der ideale Abmessungen für die Magazine aufweist. Dieser 36 m tiefe Baukörper bleibt im Bereich der Magazine in seiner Kontur einfach und funktional pragmatisch.
Für die Benutzerbereiche und die Verwaltung wird der Gebäudekörper verformt, er reagiert auf Bedingungen des Innen- und des Außenraums. Aus diesem Quader heraus entwächst der ‚Kopf’ des Baukörpers: die einfache geometrische Grundfigur wird manipuliert: sie erhält Ein- und Ausstülpungen oder Finger, um so ausreichende Belichtungsoberflächen und geringe Bautiefen zu erzielen. Der Reiz der außerordentlichen landschaftlichen Situation, mitten im Wald, auf einer Bergkuppe wird im Gebäude erfahrbar. Die einzelnen ‚Finger’ der Verwaltung reichen gleichsam in die Landschaft hinein.
Projekte
Öffentliches Bauen
100_SEL
100_SEL
Wettbewerb
Realisierungswettbewerb eines Schulzentrums in Erftstadt-Lechenich, 2017, 3.Preis
Mit dem Wegfall der zentralen Sportanlage eröffnet sich für das Schulzentrum Lechenich die Chance, den Campus neu zu ordnen und ihm eine klare Mitte zu geben. Für die Schülerinnen und Schüler der verschiedenen Schulformen entsteht so ein gemeinsames Zentrum als verbindendes Herzstück des Ensembles. Es verknüpft Gymnasium, Realschule, Hauptschule, Schwimmbad und Aula, schafft eine eindeutige Eingangssituation und stärkt Identität, Orientierung und Aufenthaltsqualität. Ziel ist eine offene, freundliche und transparente Lernumgebung, die individuelle Entfaltung unterstützt.
Die Freianlagen entwickeln den Standort zu einer zukunftsfähigen Campuslandschaft. Ein durchgängiges, barrierefreies Campusband verbindet die Bushaltestelle im Norden mit der Josef-Fieger-Straße im Süden und bildet das räumliche Rückgrat der Anlage. Entlang dieses Bandes entstehen geschützte Lernorte, klar gefasste Eingänge sowie differenzierte Frei- und Sportflächen. Bestehende Qualitäten der Außenanlagen bleiben erhalten und werden in ein übersichtliches Gesamtkonzept integriert. Ergänzt werden sie durch Campuslounge, Spielfelder, Kletterangebote sowie grüne Rückzugsorte wie Schulgarten, Lesegarten, Atelierhof und Entréehof.
Auch die bauliche Struktur stärkt die Orientierung. Eine neue Ost-West-Achse verbindet den E-Trakt mit den übrigen Gebäuden, formuliert den Haupteingang und ordnet die öffentlichen Nutzungen wie Pausenhalle, Mensa, Selbstlernzentrum und Aufenthaltsbereiche. Vergrößerte Innenhöfe, großzügige Verglasungen und zusätzliche Lichthöfe verbessern Belichtung, Übersicht und Atmosphäre bis in die Untergeschosse.
Das neue Verwaltungsgebäude ergänzt die bestehende Struktur des Campus an zentraler Stelle und interpretiert die Architektursprache der Bestandsbauten zeitgemäß weiter. Konstruktion, Materialwahl und Gebäudekonzept folgen dabei einem modularen, wirtschaftlichen und nachhaltigen Ansatz. Hochwertige, langlebige Fassaden, gute Dämmung, Nutzung des Nahwärmenetzes, kontrollierte Lüftung, sommerlicher Wärmeschutz sowie die mögliche Integration von Photovoltaik und Dachbegrünung schaffen die Grundlage für einen energieeffizienten und ressourcenschonenden Schulcampus. Die Umsetzung erfolgt in klar gegliederten Bauabschnitten, sodass der Schulbetrieb jederzeit funktionsfähig bleibt.
Projekte
Bauen in Gemeinschaft
162_DOW
162_DOW
Wettbewerb Wellinghofer Straße
Auftraggeber: DSG Dortmunder Stadtentwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG
Kleppingstr.21-23, 44135 Dortmund
Leistungsumfang: Wettbewerb, 3. Preis
BGF: 12.144 qm
Jahr: 2023
Im Dortmunder Stadtteil Hörde, entlang der geschwungenen Wellinghofer Straße, entstehen auf zwei Baufeldern neue Wohngebäude in klimaschonender Holzbauweise. Die städtebauliche Leitidee betont die Verbindung und Vernetzung: Zwei markant ausgebildete Eckgebäude formulieren eine Torsituation und setzen einen präzisen Auftakt zum neuen Quartier.
Die polygonale Bauform der Straßenfassaden greift den Verlauf der Straße auf und führt zur städtebaulichen Kleinteiligkeit, die bereits im Bestand ablesbar ist. Hochparterres und vorgelagerte Pflanztröge rhythmisieren das Straßenbild. Die Erschließungskerne in Massivbauweise dienen der Aussteifung, während darüber hinaus eine weitgehend elementierte Holzbauweise mit Holzfassaden zum Einsatz kommt.
Die Materialwahl Holz mit vorvergrauender Lasur in Salbeigrün und Rostrot betont Maßstäblichkeit und Nachhaltigkeit gleichermaßen. Die tragwerkslogische Struktur erlaubt eine serielle, ressourcenschonende Bauweise ohne komplexe Abfangungen.
Im rückwärtigen Bereich entsteht ein gemeinschaftlich nutzbarer Gartenhof als grüne Oase. Holzspielpunkte, Trockenbiotope und ein überdachter Treffpunkt mit Feuerschale gliedern den Freiraum in wohnungsnahe Rückzugsräume. Ein begrünter Fahrradpavillon bietet Platz für Standard- und Sonderräder.
Das Konzept folgt den Prinzipien der Schwammstadt: Begrünte Dächer, Retentionsflächen, Zisternen und offene Versickerungssysteme sichern eine klimatische Entlastung und fördern Biodiversität. Gleichzeitig wird die Aufenthaltsqualität für die Bewohner*innen durch Frischluft, Schatten und Wasser spürbar verbessert.









































