111_BZR
Wettbewerb Bezirksrathaus Rodenkirchen
Nichtoffener, anonymer hochbaulicher und freiraumplanerischer Wettbewerb, 2.Preis
in Arbeitsgemeinschaft mit:
Lehmann Architekten, Offenburg
rheinflügel severin (Städtebau)
Kraftraum (Landschaftsarchitektur)
ahw Ingenieure (Tragwerk und Bauphysik)
F+K (Haustechnik)
Städtebauliches und freiräumliches Konzept
Der Entwurf zeichnet sich auf städtebaulicher Ebene durch eine präzise Führung und Setzung der Kanten und Baufluchten aus. Hierdurch erhält der Vorplatz eine klare räumliche Fassung und das neue Bezirksrathaus eine eindeutige Adresse. Als raumbildender Solitär dient der Neubau dem Stadtraum, zugleich unterstreicht der Baukörper die Bedeutung seiner Funktion. Entsprechend der unterschiedlichen Umgebung bildet das neue Bezirksrathaus an der Schnittstelle zwischen Ortsmitte und aufgelockerter Bebauung am Rhein zwei Gesichter aus – urban und kompakt mit maximalem Volumen zur Hauptstraße sowie kleinteilig gegliedert und in der Höhe gestaffelt zum Rhein. Der Neubau versteht sich damit als Vermittler zwischen beiden Welten und bietet über differenziert gestaltete Freiräume eine attraktive Wegeverbindung von der Hauptstraße zum Rhein. Der Hauptbau als Würfel vermittelt zwischen beiden Kontexten.
Der Vorplatz artikuliert sich steinern und wird lediglich durch wenige Bäume in durch Bänke gefassten Pflanztrögen aufgelockert. An den Aufkantungen befinden sich Anschlüsse für Wasser und Strom, um eine multifunktionale Nutzung des Platzes zu gewährleisten. Die Wegeverbindung zum Rhein wird durch eine in den Boden eingelassene Wasserachse akzentuiert. Unmittelbar hinter dem Rathaus wechselt der Bodenbelag und man betritt eine Parklandschaft, die sich von der Rückseite des Gebäudes bis zum bestehenden Spielplatz an der Barbarastraße entwickelt und diesen in den neuen Kontext integriert. Die direkte Anbindung der Tiefgaragenrampe an die Oststraße ermöglicht eine ungestörte, kreuzungsfreie Fußgängerverbindung vom neuen Rathausplatz bis zur Barbarastraße und schafft so eine attraktive Verbindung zum Rhein. Die entfallenen Parkplätze werden im öffentlichen Teil der neu zu errichtenden Tiefgarage nachgewiesen.
Die vorhandene Struktur wird durch eine dreigeschossige Platzrandbebauung ergänzt. Der Platz wird vom ruhenden Verkehr befreit und kann multifunktional genutzt werden. Mastleuchten und Pflanzinseln geben eine Grundstruktur. Der teilweise sechsgeschossige Hauptbaukörper steht ausschließlich auf dem Platz und prägt den städtischen Raum an dieser Stelle.
Funktionales Konzept für den EG-Bereich
Grundlage für das Erdgeschoss ist das Ziel, die Zweiseitigkeit des Rathauses zu stärken. Der Haupteingang zum Platz ist über das großzügige Foyer mit dem Nebeneingang zum Rhein verbunden. Es entsteht ein interner Weg. Der Sitzungssaal ist Herzstück des Rathauses. Hier tagt die Bezirksvertretung. Zudem steht der Saal für vielfältige Nutzungen der Bürger Rodenkirchens offen. Seine prominente Lage am Platz und an der neuen Wegeverbindung zum Rhein schafft Transparenz der politischen Prozesse im Bezirk und verortet das Politische an dieser Stelle.
Großzügige Öffnungen zum Platz und zum Foyer ermöglichen eine flexible Bespielung des Saals. Die Saalfläche kann durch das Foyer (ca. 170 qm) nahezu verdoppelt werden. Zudem sind Nutzungen im räumlichen Zusammenspiel mit dem Platz möglich. Für Veranstaltungen, die einen intimeren Außenraum benötigen, steht der Innenhof in unmittelbarer Nähe zum Saal zur Verfügung.


















