187_Wohnen im Ortskern
Hannover-Davenstedt
Status:1. Preis Wettbewerb 09/2026
Städtebauliche Idee
Das Gemeindeareal befindet sich im Ortskern von Davenstedt. Davenstedt wurde 1970, seit 1920 ein Ortsteil von Linden, von Hannover eingemeindet. Im Bestand finden wir das Kirchenzentrum St. Johannes in einem parkähnlichen Gelände. Zwischen den Straßen Altes Dorf und Langrederstraße, sowie einem Fußweg im Süden liegt die Ev.- luth. St. Johanneskirche mit Büro- und Gemeinderäumen aus 1988 in räumlicher Nähe zu den Gebäuden des Gemeindehauses und Pfarrhaus aus 1966. Die Bestandsbauten des Pfarrhauses und des Gemeindehauses bilden in Ihrem Fußabdruck die äußersten Rahmen der neuen städtebaulichen Setzung ab. Die Neubauten verschwenken anhand dieser äußersten Linien als Grenzen innerhalb des Baufeldes um die bestehenden großkronigen, Schatten spendenden Bäume, so dass sie ein harmonisches Ensemble bilden. Der offene Innenhof mit Aus- und Durchblicken bildet das landschaftliche Pendent zum steinernen, roten Eingangshof der Kirche.
Hochbauliches Entwurfskonzept
Prägend im Ortsbild sind die vitalen Bestandsbäume. Ess-Kastanie, Eberesche, Walnuss, Eichen, Hainbuchen und Kirschen bilden einen Grünen Rahmen für eine weitgehend von den Straßenführungen losgelöste Entwicklung des Geländes. Die drei Gebäude sitzen städtebaulich frei in der Parklandschaft. Grundlage der Setzung bilden die Kronen und Wurzelräume der Bäume, sowie die Fundamente und Bodenplatten der Bestandsgebäude.
Die Gebäude haben eine Zweiseitigkeit, auf der einen Seite treten sie zweigeschossig in Erscheinung auf der anderen dreigeschossig. So ist eine wirtschaftliche Entwicklung, die städtebaulich verträglich erscheint, gesichert. Die Bebauung fügt sich in die Eigenart der Umgebung ein. Dabei drehen sich die zweigeschossigen Bauteile immer nach außen und teilweise auch unter die Randbereiche von großkronigen Bäumen. Sie vermitteln zur Umgebung. Diese Bauteile werden mit vorgehängten Ziegelfassaden bekleidet, die mit begrünten Seilkonstruktionen eine zeitgemäße wirtschaftliche Weiterentwicklung erfahren und sich in das Parkkonzept zurückhaltend integrieren. Nach Innen bilden die Gebäude einen dreigeschossig gerahmten grünen gemeinsamen Erschließungshof, deren in anthrazit gefasste Holzfassaden einen landschaftlichen Eindruck prägen. Der Hof dient für nachbarschaftliches Treffen in einem grünen Rahmen, der das Wohnen im Park stärkt. Die einfachen Baukörper sind flexibel aufteilbar, der Wohnungsmix kann dem Bedarf entsprechend angepasst werden. In dem größten Baukörper, der vom öffentlichen Raum umspült wird, befindet sich die große Praxis der Kinderärztin mit einem eigenen Patientengarten im Park, der von der Anmeldung aus einsehbar ist. Eine Umnutzung der Praxis in Wohnungen ist möglich. Baurechtlich II geschossig sind die Gebäude in einer verwandten Architektursprache zu den Kirchengebäuden von Karl-Heinz Muth entwickelt. Die Staffelgeschosse sind auch mit Pultdächern ausgestattet, die Materialität aus roten Ziegeln für Dach und Fassade werden durch hinterlüfteten Ziegelfassaden und Solarziegelsysteme weiterentwickelt.
Die Freianlagen umschließen die drei Baukörper so, dass ein einheitlicher Park entsteht, der den großen Baumbestand integriert und die Qualität des Ortes hervorhebt. Der mittlere Erschließungsweg wird daher bewusst dezent gehalten. Er ist zum einenErschließungsweg für die Gebäude, zum anderen aber auch der Verbindungsweg von der Straße zur Kirche. Diese Doppelnutzung wurde bewusst gewählt, um die befestigten Flächen so gering wie möglich zu halten. Zwei kleine Plätze entstehen für das nachbarschaftliche Treffen. Einer mit Sitzgelegenheiten und Raum für ein kleines Fest, einer mit einem kleinen Spielplatz. Das anfallende Regenwasser wird vollständig vor Ort gehalten. Die Freianlagen werden so gestaltet, dass sich an verschiedenen Stellen Mulden ausbilden, in denen das Regenwasser der Steildächer gesammelt wird und dort versickert und verdunstet. Dies erhöht die Qualität des Mikroklimas.















