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Innovatives Wohnen in Ratingen
Auftraggeber: WIR eG, Wohnen Innovativ In Ratingen, eingetragene Genossenschaft
Leistungsumfang: LPH 1-4, teilweise 5
Bearbeitung: 2018 (Wettbewerb, 1. Preis) -2020
mit Hyco Verhaagen, Landschaftsarchitekt
BGF: 8.202 qm
Das zentral gelegene Gelände der ehemaligen Feuerwache in Ratingen nördlich der Altstadt soll zu einem gemeinschaftlich orientierten Wohnquartier transformiert werden. Der vorhandene Gebäudekomplex mit Innenhof besitzt eine ausgeprägte stadträumliche Identität und besondere räumliche Qualitäten – beides soll im neuen Entwurf bewahrt und weiterentwickelt werden. Die polygonale Gebäudestruktur reagiert auf die komplexe Geometrie des Grundstücks und schafft durch Versprünge und Übergänge einen lebendigen Doppelhof mit differenzierten Außenräumen. Unterschiedlich hohe Baukörper – von einem bis vier Geschossen – greifen die Maßstäblichkeit der Umgebung auf und erzeugen eine bewegte Silhouette. Die additive Struktur ermöglicht es, jedem Haus eine eigene Identität zu geben und im Verlauf der Nutzung unterschiedliche Themen herauszuarbeiten. Insgesamt entstehen 46 Wohnungen mit vielfältigen Typologien, darunter eine Gästewohnung und eine Clusterwohnung. Ergänzt wird das Ensemble durch ein gemeinsames Wohnzimmer als Ort des Austauschs. Die Grundstruktur ist robust und erlaubt zukünftige Anpassungen, ohne das Gesamtkonzept in Frage zu stellen.
Ökologisch wird das Projekt durch kompakte Volumina, hochgedämmte Hüllen und eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung getragen. Die Wärmeversorgung erfolgt über Fernwärme, drei Dächer sind mit Photovoltaikanlagen ausgestattet, die in eine Mieterstromlösung eingebunden sind. Extensive Dachbegrünung verbessert das Mikroklima und steigert die Effizienz der PV-Anlagen. Das innerstädtische Areal bietet ideale Voraussetzungen für eine nachhaltige Mobilitätsstrategie: wenig ruhender Verkehr, gute Erreichbarkeit, emissionsarme Fortbewegung und geteilte Mobilitätsangebote tragen zu einer ressourcenschonenden Quartiersentwicklung bei.
Ein freistehender Neubau an der Lintorfer Straße markiert den Auftakt des Ensembles. Hier entsteht der öffentlich zugängliche Mehrgenerationentreff, der sich mit großzügigen Öffnungen zum Innenhof und zur Straße hin öffnet. Die dienenden Funktionen liegen im Süden, die Aufenthalts- und Bewegungsräume im Norden. Der 22 Meter hohe Schlauchtrockenturm der ehemaligen Feuerwache wird in das Konzept integriert – als zweiter Rettungsweg, alternativer Zugang oder als besonderer Ort für Veranstaltungen, kleine Ausstellungen oder gemeinschaftliche Formate wie Bridge-Turniere mit Aussicht. Der Name „Florian Stübchen“ bleibt erhalten.
Das Projekt wurde nach LP4 aufgrund des nicht zur Verfügung stehenden Grundstückes leider eingestellt. Siehe dazu auch unter: https://www.wir-ratingen.de/















