125_GEN
Neubau Gymnasium Essen Nord-Ost
Wettbwerb, 2019, 2.Preis
In Arbeitsgemeinschaft mit:
Lehmann Architekten
JBBUG Johannes Böttger Landschaftsarchitekten
ahw Ingenieure
Die Schule wird als offener, vielschichtiger Lebensraum konzipiert, der weit über seine reine Bildungsfunktion hinausweist. Der Entwurf reagiert auf die veränderten Anforderungen des Ganztagsbetriebs mit einem räumlichen Konzept, das differenzierte Angebote, klare Strukturen und hohe Aufenthaltsqualitäten vereint.
Zentrales Prinzip ist die Stapelung des Raumprogramms in vier kompakte Lerncluster, die sich als einzeln adressierbare Kubaturen auf einem landschaftlich eingebetteten Erdgeschoss abbilden. Die versetzte Anordnung der Baukörper erzeugt eine spannungsreiche Verzahnung von Innen- und Außenräumen. Drei unterschiedlich ausgebildete Höfe rhythmisieren das Ensemble, strukturieren die Wegeführung und schaffen Orte der Orientierung und Begegnung.
Jeder Kubus nimmt ein Lerncluster auf, das auf die jeweilige Altersstufe zugeschnitten ist. Eigene Erschließungen, klar zugeordnete Höfe und spezifische Freiflächen stärken die Eigenständigkeit der Bereiche. Die Lerncluster der Jahrgänge 5–8 und 9–10 sind um verglaste Innenhöfe organisiert. Großzügige Öffnungen und transparente Übergänge zwischen Klassenräumen und Selbstlernbereichen schaffen offene Lernlandschaften mit hoher räumlicher Qualität. Aufweitungen im Bereich der Gruppenräume und umlaufende Balkone ergänzen das pädagogische Angebot um Freiluftklassen.
Ein Energielabor auf dem Dach macht den Umgang mit regenerativen Energien im Maßstab 1:1 erfahrbar. Die Schülerinnen und Schüler können hier eigene Konstruktionen zur Energiegewinnung testen. Das Fachcluster mit Physik, Chemie, Biologie, Mathematik und Informatik bildet einen eigenen Baustein im nördlichen Bereich und ist über mehrere Ebenen eng mit den übrigen Clustern vernetzt. Die Oberstufe bildet eine eigene Adresse mit begrüntem Innenhof, Lounge und Dachterrasse.
Das Erdgeschoss ist in vier Zonen gegliedert, verbunden über einen durchgehenden Schulboulevard. Im Süden liegt der Ganztagsbereich mit Küche, Kunsträumen und Außennutzung. Mensa, Aula, Musik- und Veranstaltungsbereiche bilden im Westen eine offene, flexibel nutzbare Zone. Die zentrale Bibliothek im Pavillonformat bildet das Herz der Beratungszone. Der Lehrerbereich im Norden ist bewusst zurückgesetzt und bietet mit eigenem Hof und Terrasse Rückzug und Konzentration. Die differenzierte Raumstruktur schafft klare Identitäten, vielfältige Lern- und Begegnungsorte und verankert die Schule als offenen, lebendigen Ort im Alltag ihrer Nutzerinnen und Nutzer.



















